18. Kunstfestival 48 Stunden Neukölln - in Zahlen

  • 24. bis 26. Juni 2016 Festival SATT

  • über 1.200 Teilnehmer aus Neukölln, Berlin und der Welt

  • 404 Veranstaltungen in den Kategorien Kunst & Ausstellung, Film, Tanz & Performance, Musik, Theater, Lesung & Diskussion, Interdisziplinäre Projekte, Interventionen & Aktionen

  • dazu 62 Events im jungen Kunstfestival

  • 74 offene Ateliers und Projekträume

  • 25 Führungen – durch Neukölln und durch die Kunstorte

  • 243 Festivalbeiträge

  • 60.000 Besucher*innen

  • 1.700 der Plätze auf dem Musikschiff waren besetzt (das waren fast alle)

  • 37° war die Durchschnittstemperatur während des Festivals

SATT – das Festivalthema

Das Thema SATT war aus 70 Vorschlägen ausgewählt worden, die von Festivalteilnehmer*innen und anderen, dem Festival nahestehenden Menschen, vorgeschlagen wurden. Dabei wurde von einer 14-köpfigen Jury (bestehend aus Festivalleitung, Festivalteam, Öffentlichkeitsarbeit, Kunstfilialen und Künstler*innen) ein Vorschlag des in Berlin und Barcelona lebenden Vince van Geffen aufgegriffen.

SATT forderte die Teilnehmer*innen der 48 Stunden Neukölln zur künstlerischen Stellungnahme in Bezug auf materielle und mediale Übersättigung, den emotionalen bzw. materiellen Mangel sowie auf individuelle und gesellschaftliche Defizite heraus.

 

Die Eröffnung der 48 Stunden Neukölln

Die Eröffnung der 48 Stunden Neukölln fand 2016 seit vielen Jahren wieder im Körnerpark statt. Anlass war der 100. Geburtstag der Parkanlage. Das litauische Dance Theatre AURA unter Leitung von Birute Letukaite entwickelte eine Choreographie analog zur architektonischen Struktur des Körnerparks. Die 14 aus Kaunas angereisten, internationalen Tänzer*innen wurden von Almyra Weigel mit Kostümen ausgestattet, die sich an barocker Mode orientierten, deren Material aber aus Zeitungen bestand. Live begleitet wurden die Tanzaufführungen von Antanas Jasenka, litauischer Komponist. Diese tänzerische Intervention faszinierte, berührte und involvierte das zahlreich erschienene Eröffnungspublikum in ganz besonderer Weise. Eröffnet wurde das Festival durch die Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, Kulturstadtrat Jan-Christopher Rämer und S.E. Deividas Matulionis, Botschafter der Republik Litauen.

 

SATT Zentrale – Die zentrale Ausstellung der 48 Stunden Neukölln

Unter dem Titel „SATT Zentrale“, kuratiert durch die Festivalleitung, war das Vollgutlager der ehem. Kindl-Brauerei Ort für die zentrale Ausstellung: 26 Projekte, davon vier Gruppenausstellungen von über 60 Künstler*innen.

Inhaltlich war die „SATT Zentrale“ eine Quintessenz repräsentativer Projekte zum Festivalthema. Von den Produktionsbedingungen und Werbestrategien der Lebensmittelindustrie, über die soziale Funktion der Nahrungsaufnahme, bis zur Kritik an ökonomischen Strukturen als Determinanten für Hunger und Übersättigung bot die Ausstellung einen spannenden Dialog.

Entrée waren die „Dicken satten Bakterien“ von Janine Hönig. Eine dünne Silikonschicht auf dem Fußboden, fast unsichtbar, stand für das Nimmersatte in der Verwertungsstruktur vor allem der Immobilienwirtschaft, die derzeit auch Neuköllns Kunstszene bedroht. Günstige Standorte werden „gefressen“, verdaut und aufgewertet wieder ausgeschieden. Barbara Duisberg verhandelte in ihrer „Tafel" unter anderem das Midas-Thema: Gold macht nicht satt. Vergoldete Nahrungsmittelverpackungen und Geschirr arrangiert zu einer opulenten Tafel, nivellierten die unterschiedlichen Materialien.

Eine Familienfeier war das Thema von Eva Schmeckenbecher in „Das Festmahl“. Ein typisches Familienbild aus einem privaten Fotoalbum hält die um den Esstisch Versammelten fest. Die Montage multiplizierte nicht nur Personen und Nahrungsmittel, gezielte gestalterische Eingriffe mit Farbe und Sandpapier machten das Erleben von Nähe und Klaustrophobie spürbar.

Im animierten Film „Sezon“ erzählte Zofia Nierodzinska die Geschichten von Ewa und Renata, die als Saisonarbeiterinnen auf einem Spargelhof bei Berlin arbeiteten. Strukturen ungerechter Bezahlung und deren soziale Auswirkungen standen im Fokus des Films.

Im gesamten Ausstellungsraum legte Sina Ness mit „Es ist genug für alle da“ eine lyrische Untersuchung der diversen Bedeutungsfelder von SATT vor. An den gekachelten Wänden und in zwei Projektionen wurde in ebenso sinnhaften wie absurden Wortreihungen die Bedeutungsebene eines Zuviel und Zuwenig erkundet. Ambivalenz war auch ein Schlüssel zum Werk „grün.juni“ von Therry Kornath. Die groß dimensionierte Malerei zeigte das Porträt einer Person, deren Emotionen zwischen Trauer, Verstörung, Verzweiflung und Unzufriedenheit changieren und damit – bewusst im Ungewissen verbleibend – eine ideale Projektionsfläche für eigene Gefühle.

Die begehbare Rauminstallation der Architektengruppe Transstruktura trug den Namen „DOM“. Hier trafen unterschiedliche Erfahrungsräume im Inneren und Äußeren aufeinander: Das Profane (sieben, ineinander verschränkte Altglascontainer) und das Sakrale (vergoldetes Inneres). Besucher*innen konnten beim Betreten der kuppelförmigen Struktur nicht nur akustische Phänomene erleben, sondern vor allem auch eine Relativierung der eigenen Größe – schien man doch plötzlich riesengroß in einer byzantinischen Kuppelkirche zu stehen. „Wörter, die wir satt haben“ war eine interaktive Installation von Künstlerinnen des Frauenmuseums Berlin. Aus Lebensmitteln geformte Begriffe wie „Nationalismus“, „Krise“ oder „Sexismus“ konnten von der Wand abgegessen und damit vernichtet werden. Für das „Globuswerk“ sammelte Simone Brühl in Interaktion mit dem Publikum bereits benutzte Kaugummis, die zugleich einen analogen Speichelspeicher zeitgenössischer DNA bildeten. Es entstand so ein abstraktes Abbild der Besucher*innen.

Die Salaam-Schalom Initiative präsentierte mit „Hunger“ künstlerische Arbeiten verschiedener Künstler*innen mit einem Flucht- oder Migrationshintergrund. Die Werke verkörperten Perspektiven abseits des Mainstreams und brachten Hunger auf unterschiedlichste Art und Weise zum Ausdruck. Koreanische und deutsche Künstler (die später am Kim Whan Ki International Art Festival in Südkorea teilnahmen) stellten gemeinsam zum Thema SATT aus (Sehee Sarah Bark, Ma C, Thilo Droste, Claudia von Funcke, Bodo Hartwig, Jainem Jeong, Hong-Goo Kang, Youngmean Kang, Cathérine Kuebel, Daeil Lee, Mounho Lee, Yoon A Kim, Yumi Moon, Pfunk Pfama, Byoung Il Sun). Beim Projekt „Schach Satt“ (Amy Alexander & Michael Conzelmann) stand im Mittelpunkt die Lust, die geschlagenen, aus Schokolade fabrizierten Spielfiguren des Gegners zu essen und den dann einsetzenden Überdruss. Ein Zuwenig, Genug und Zuviel in einer Welt universeller Übersättigung wurde empathisch nachvollziehbar oder auch praktisch erlebbar.

Eine ähnliche Frage stellten Nezaket Ekici & Shahar Marcus in ihrem Video „Salt Dinner“. Bei einem opulenten Mahl im Toten Meer lag es im Auge des Betrachters, die Lust und die Last des mit Meerwasser gewaschenen Essens sinnhaftig mit der Welt des Konsums zu verknüpfen. Dagegen spielten Aspekte der Askese im Video „Kunstpilgerreise 1“ von Marinka Limat die entscheidende Rolle. Die Künstlerin hatte aus Anlass ihres Umzugs von der Schweiz nach Berlin die Distanz noch einmal per Pedes erwandert und sich dabei von Kurator*innen und Künstler*innen segnen lassen. Auch erbat sie sich Ratschläge für das Künstler*innenleben in Berlin.

Die Malerin Susanne Platte setzte unter dem Titel „Welches Essen haben wir satt? Produktionsverfahren der Lebensmittelindustrie in großformatigen Gemälden in Szene, so etwa das Aussortieren und Schreddern männlicher Küken, die Jagd auf Haifische und die Massentierhaltung im Allgemeinen. Uli Westphal führte für „Supernatural“ in vier Leuchtkästen in die Werbewelt von verschiedenen Lebensmitteldiscountern ein. Utopische Landschaften unberührter Natur und glücklicher Nutztiere erscheinen ob der tatsächlichen Massenproduktion und gravierender ökologischer Probleme als sarkastische Parodie. Mona Babl nahm für eine Fotoserie Obst auf, das sie im Frühjahr 2016 konsumiert hatte. Die barock anmutenden Stillleben enthielten auch die Namen der Herkunftsländer jener Früchte, die den Titel motivierten: „Mein Obst ist weiter gereist als ich“. Ein Kommentar auf die wenig hinterfragte Praxis, Lebensmittel aus der ganzen Welt zu importieren.

Mit dem Thema der Lebensmittelverschwendung und visuellen Optimierung von Nahrung beschäftigte sich die Künstlerin Christina Paetsch in ihrer Mixedmedia-Installation „Der Kühlturm“. Mit der Präsentation echter und künstlicher Lebensmittel, Fotos und Videos in verschiedenen Kühlschränken ging es der Künstlerin darum, auf die Irrationalität der Lebensmittelproduktion und -verschwendung aufmerksam zu machen.

Mit „Jeden Tag Pizza und Schokoladeneis“, einem Workshopergebnis der Künstlerin Martina Becker mit Jugendlichen der 6. Klassen der Röntgenschule, wurde Kunst von jungen Menschen in der zentralen Ausstellung präsentiert, die das Thema Schlaraffenland aufgriff. Auch die Leipziger Künstlerin Mona Broschár, Gewinnerin unseres Wettbewerbs um das Motiv für die Plakatkampagne des jungen Kunstfestivals, war mit einem Gemäldezyklus „Picknick“ vertreten.

 

Künstler*innen der SATT Zentrale

Amy Alexander & Michael Conzelmann, Mona Babl, Sehee Sarah Bark, Martina Becker und 6. Klassen der Röntgen-Schule, Mona Broschár, Simone Brühl, Ma C, Meike Dölp, Thilo Droste, Barbara Duisberg, Nezaket Ekici & Shahar Marcus, Claudia von Funcke, Bodo Hartwig, Carolin Koch, Christina Paetsch, Han Seok Hyun, Hannah van Ginkel, Jainem Jeong, Margret Holz, Janine Hönig, Hong-Goo Kang, Youngmean Kang, Yoon A Kim, Carolin Koch, Therry Kornath, Cathérine Kuebel, Künstlerinnen des Frauenmuseums Berlin, Daeil Lee, Mounho Lee, Marinka Limat, Yumi Moon, Zofia Nierodzinska, Christina Paetsch, Pfunk Pfama, Susanne Platte, RUW!, Salaam-Schalom Initiative, Byoung Il Sun, Studio Thomas Lehner, Transstruktura - Architektur, Stadt, Objekt, Uli Westphal

 

Gesamtfestival - Schwerpunkte SATT

Die gesellschaftliche Situation in Neukölln und globale Kontexte spiegeln sich immer auch in den künstlerischen Beiträgen der 48 Stunden Neukölln wieder. Besonders aufschlussreich ist das am Beispiel der inzwischen in Deutschland angekommenen Menschen zu beobachten, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Im Vorjahr waren die entsprechenden Beiträge primär vom Schock bestimmt, den Medienberichte und persönliche Erfahrungen mit Bezug auf die tödlichen Folgen einer Flucht über Meer und Land auslösten. In diesem Jahr gab es viele Projekte gemeinsam mit jenen Menschen, die inzwischen das Ziel ihrer Flucht erreicht hatten: Menschen aus der Notunterkunft im ehemaligen C&A Gebäude an der Karl-Marx-Straße (in Projekten von Nadja Bauer und Pantea Lachin), der erst 16-jährige Huseynaga Gasanov mit seinem Beitrag „Zwischen-Welten“ für JUNGE KUNST NK (Velvet), der Geflüchtetengarten von „Kreuzberg hilft“ in der Pannierstraße oder das Projekt „Die Gärtnerei“ der Schlesischen 27.

Auch Hadmut Bittigers Kooperation mit dem syrischen Tanzensemble GAFRANA auf dem Parkdeck Ganghoferstraße war inhaltlich mit den Themen Gewalt, Krieg und Flucht, zerstörten Gefühlen von Geborgenheit, Sicherheit, Heimat-Identität verbunden. Über Monate hinweg hatte Hadmut Bittiger für „Wohin, Wohin“ in einer Berliner Notunterkunft gearbeitet. Geflüchtete aus vielen Ländern malten oder schrieben ihre Wünsche, die sie für das Leben im neuen Land haben, auf Papier. Aus den Zeichnungen wurden mehr als 800 Kraniche gefaltet und aufgestellt. Die Bewegung der Kraniche nahmen die Tänzer*innen unter der Leitung des Choreografen und Tänzers Manar Youssef thematisch auf und entwickelten einen Tanz, der Flucht und Ankommen thematisierte.

Nicht mehr die Betroffenheit über die Umstände der Flucht stand nun im Vordergrund, sondern die Möglichkeiten in einen Austausch zu treten und mit künstlerischen Mitteln zu reflektieren.

 

Musikschiff

Unter dem Motto Hungry Beats war die "Spreeprinzessin" der Reederei Riedel ein Ort für innovative Berliner Popmusik. Insgesamt 12 Konzerte internationaler, in Berlin ansässiger Bands und Musiker*innen begeisterten das Publikum auf dem Musikschiff. Die Bands vereinte der Hunger nach neuer, innovativer Musik und die Bereitschaft, sich und die eigene Musik beständig neu zu denken und zu (er)finden. Mit dabei war Barbara Morgenstern, die mit ihren elektronischen Sounds und unverwechselbarer Stimme beeindruckte. Der in Neukölln lebende Kanadier Stephen Paul Taylor sorgte mit 80s Vibes und Kostümwechseln für Furore. Montag Mania und Laisse Moi überwanden Genregrenzen und verwoben Pop und Wave mit tanzbaren Elementen. Der Däne Flemming Borby präsentierte klassischen Folksinger-Sound. Abgerundet wurde das Line Up von dem neoklassischen Pianisten Mischa Blanos, der in komplett neue Klangwelten entführte.

Das Musikschiff fand als Kooperation zwischen dem Kulturnetzwerk Neukölln e.V., der Reederei Riedel mit Unterstützung durch das Musicboard Berlin, BIMM Berlin und Noisy Store statt.

 

Art Spaces Neukölln

2016 präsentierte sich das neue Netzwerk Neuköllner Kunsträume im Rahmen der 48 Stunden Neukölln erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Art Spaces Neukölln, das sind 18 Projekträume, kommunale und kommerzielle Galerien sowie Orte für Performances und Happenings. Bereits im Mai starteten Führungen in jeweils vier Touren, die dann im Kunstfestival ihren Höhepunkt fanden. In insgesamt acht Führungen in deutscher, englischer und spanischer Sprache begleiteten Ortskundige den Besuch der Kunsträume und die Gespräche mit Kurator*innen, Künstler*innen und Raumbetreiber*innen. Die Spaziergänge vermittelten auch Informationen zur Neuköllner Kunstlandschaft.

Die Art Spaces Neukölln sind eine Initiative des Teilprojekts Kulturwirtschaft im Rahmen von „Unternehmen Neukölln“.

 

Schlaraffenland – Das Junge Kunstfestival JUNGE KUNST NK

In Anlehnung an das Jahresthema der 48 Stunden Neukölln wurde das Motto „Schlaraffenland“ für das junge Kunstfestival JUNGE KUNST NK festgelegt.

Das junge Kunstfestival JUNGE KUNST NK fand 2016 zum dritten Mal als Festival im Festival statt und widmete sich thematisch unter dem Titel „Schlaraffenland“ den Sehnsüchten, Träumen, aber auch Fantasien von Kindern und Jugendlichen.

Das Schlaraffenland ist ein Tagtraum. Man stellt sich vor: „was wäre wenn“: Was wäre, wenn alles was man haben will einfach und unkompliziert vor unserer Nase "herumflöge"? Smartphones an Bäumen, Sneakers auf Stauden und Spielkonsolen auf Felsen wachsend. Neben einem Schokowasserfall, einem Fast-Food-Büfett und einem Gletscher aus Eis lockt ein Jungbrunnen, der ewige Kindheit verspricht. Es wäre ein Schlaraffenland 2.0. Es verspräche ein müheloses Leben. Doch was bedeutet es für uns, alles zu bekommen wann wir und wo wir es wollen? Was passiert mit uns, wenn wir nicht erwachsen werden? Was erwarten wir vom Leben, wenn wir alles haben, was wir wollen? Zu diesen und vielen weiteren Fragen zeigte JUNGE KUNST NK in zahlreichen Veranstaltungen eine große Bandbreite künstlerischen Schaffens von Kindern und Jugendlichen in Neukölln.

Zur Eröffnung kam das Theaterstück Von der Fischerin und ihrem Mann zur Aufführung. Jugendliche der Werkschule Löwenherz präsentierten gemeinsam mit Flüchtlings- und Zuwandererkindern einer Willkommensklasse der Boddin-Grundschule eine multimediale Adaption des Grimmschen Märchens "Vom Fischer und seiner Frau". Mit einer rasanten Mixtur aus (Puppen)-Theater, Rap, Artistik und Film übersetzten die jungen Künstler die Geschichte von Gier, Macht und dem alltäglichen Glück in das heutige Neukölln.

Im Young Arts Neukölln waren die Ergebnisse künstlerischer Workshops mit Neuköllner Schulen und der freien Kunstangebote aus der ersten Jahreshälfte ausgestellt. Familienführungen durch JUNGE KUNST NK ermöglichten einen breiten Zugang zu den Angeboten. Ergebnis eines Workshops von Martina Becker mit den 6. Klassen der Röntgen-Schule waren Bestandteil der zentralen Ausstellung der 48 Stunden Neukölln im Vollgutlager. Im Hof des Young Arts NK wurden verschiedene Mitmachaktionen angeboten. Darunter kreative Workshops mit Textilien oder Graffiti. Beim Spiel „Die Wertstoffprofis“ der Firma REMONDIS konnten die Fakten zum Thema Wertstoffsammlung spielerisch vermittelt werden.

Zentraler Ausstellungsort der JUNGEN KUNST NK war 2016 das 1. Obergeschoss der Neukölln Arcaden. Gezeigt wurden Collagen, Montagen, Texte und Fotografien die sich mit Pieter Breugels Gemälde „Schlaraffenland“ (1567) im Sinne von Reenactments beschäftigten. Beteiligt waren Schüler*innen der Fritz-Karsen-, Hans-Fallada- und der Richard-Schule sowie des Albert-Einstein-Gymnasiums. Kurzfilme, die in Neuköllner Jugendeinrichtungen entstanden, wurden im Cineplex Neukölln beim Jungen Kurzfilmprogramm aufgeführt.

Zwischen-Welten hieß das Porträt eines Jugendlichen, der als 11-Jähriger mit seiner Familie aus Aserbaidschan floh und nach Berlin kam. Das Berliner Kollektiv MUSÉ arbeitete seit letztem Frühling mit Huseynaga an diesem Projekt und präsentierte in einer Installation die Vielschichtigkeit seiner Situation, seiner Gefühle und seiner Gedanken.

JUNGE KUNST NK wurde gefördert durch das Bezirksamt Neukölln, Abteilung Jugend, der Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND und den Neukölln Arcaden.