Harvey Rabbit

Werdegang / Ausbildung: 
Harvey Rabbit ist ein in Berlin lebender trans* Künstler. Er schloss seine Studien in Dramaturgie und experimentellem Theater am New College of California mit einem Master ab. Als Aktivist für LSBTIQA* und die Rechte von Sexarbeiter*innen begann er bereits Mitte der 1990er-Jahre, als er mit Spoken Word über Feminismus, Queerness und Empowerment die Bühnen Nordkaliforniens stürmte. Von 2013 bis 2015 produzierte, kuratierte und moderierte er Varieté Ridiculous in Berlin, ein politisches Kabarett mit Fokus auf den Rechten von Sexarbeiter*innen. 2016 feierte sein erster Kurzfilm, Slowdance (2016), ein Film Noir über Homophobie und schwule Liebe, beim Berliner Porn Film Festival Premiere und wurde seitdem auf queeren Filmfestivals in vielen Teilen Europas, Süd- und Zentralamerikas und den USA gezeigt. 2017 produzierte er We are the Fucking World, einen Kurzfilm für Erika Lust. Sein neuestes Werk, The Chemo Darkroom (2018), wurde für den Kurzfilmwettbewerb des Berliner Porn Film Festivals ausgewählt, ebenso wie für die Berlin Feminist Film Week, IKFF Hamburg und das Hacker Porn Film Festival 2019 in Rom. Sein erster Spielfilm, Captain Faggotron Saves the Universe, wird im Jahr 2020 in Produktion gehen. https://www.harveyrabbitphoto.com/
Wichtige Projekte / Ausstellungen: 
Nach einer Krebsdiagnose wird das Leben zu einer Folge von Terminen, Prozeduren und Behandlungen. Mediziner töten einen, damit man leben kann. Chemotherapie raubt einem Menschen den physischen Körper und zerstört die Verbindung von Körper und Geist. Während der Krebsbehandlung distanziert man sich so sehr von seinem Körper, dass Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen schmerzhafte oder unangenehme Dinge anstellen können, die einem "helfen" sollen. Nach erfolgreicher Behandlung ist der Krebs verschwunden, wodurch es der behandelten Person besser gehen soll. Es wird erwartet, dass man ins Leben zurückkehrt. Jedoch ist eine Verbindung unterbrochen worden. Wie können wir die Fähigkeit, an unserem eigenen Körper teilzuhaben und intime Begegnungen zuzulassen, wiedererlangen? Wie können wir das sexuelle Selbst in die Heilung einbeziehen, wenn wir den Kontakt zu unserer körperlichen Existenz verloren haben? Wie schaffen wir es, uns wieder zu berühren, uns mit unserem Eros wohlzufühlen, wenn wir keinen Mann, keine Frau, keine*n Liebhaber*in und keine*n Partner*in haben, die uns an unser physisches Selbst erinnern? Darkrooms, Voyeurismus und anonyme Berührungen können ein Schritt zur Wiederentdeckung des eigenen Selbst sein. Ist das Aufsuchen von Orten intimer Begegnungen ein Katalysator, durch den wir an solchen Begegnungen teilhaben? Oder nur ein Mittel, um das Gefühl der Isolation zu verstärken? The Chemo Darkroom ist ein autobiografischer, poetischer Dokumentarfilm über die Wiederentd