Mika Satomi

Werdegang / Ausbildung: 
Mika Satomi ist Designerin und Künstlerin und beschäftigt sich mit eTextilien, Interaktionsdesign und Physical Computing. Seit zwei Jahren ist sie Gastprofessorin an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. Sie war Researcher an der Swedish School of Textiles und am Distance Lab, Schottland, im Bereich der praxisorientierten Designforschung. Sie graduierte mit einem BA in Grafikdesign von der Tokyo Zokei University und mit einem MA in Mediengestaltung von IAMAS, Japan. Seit 2006 arbeitet Mika mit Hannah Perner-Wilson zusammen. Gemeinsam haben sie das Kollektiv KOBAKANT gegründet, das künstlerische Projekte im Bereich eTextilien und Wearable Technology Art entwickelt. Satomi ist Mitautorin der e-Textil-Online-Datenbank How To Get What You Want. Sie lebt und arbeitet in Berlin.  https://www.kobakant.at/
Wichtige Projekte / Ausstellungen: 
KI-betriebene automatisierte Systeme werden 47% unserer Arbeit ersetzen – moderner Mythos oder zukünftige Realität im Jahre 2020? Frei von Skepsis oder Angst stellt Mika Satomi ihr eigenes selbstgebautes Neuronennetz (eine Art künstliche Intelligenz) her, indem sie eine Stickerei erschafft, die in der Lage ist, maschinell zu lernen.  Zu Beginn dieses Lernprozesses werden die Neuronen zufälligen Gewichten und Verzerrungen zugeordnet. Zu diesem Zeitpunkt "weiß" das künstliche Netzwerk noch nichts. Man kann "richtige" und "falsche" Gesten lehren, indem man bestimmte Haltungen einnimmt und festlegt, ob diese richtig oder falsch sind. Nach jeder Lerneinheit unternimmt das neuronale Netz eine Fehlerkorrekturberechnung und passt langsam seine internen Gewichte und Verzerrungen an. Das maschinelle Lernen findet durch unzählige Wiederholungen dieses Prozesses statt. Um ein solches Netzwerk zu trainieren braucht es etwa 8.000 bis 10.000 Lerneinheiten. Die Signale zwischen den Neuronen werden als sichtbares Licht weitergeleitet, sodass wir das Innenleben dieser Netze beobachten können. “Wie fühlt es sich an, eine KI zu tragen?”, fragt Satomi. Die Stickerei lernt langsam die Bewegungen und ist schließlich in der Lage, die nächste Bewegung der Künstlerin zu entscheiden. Wer wird am Ende daraus Sinn machen?