Um Kunst zu produzieren, braucht es zuweilen Mut: über verbreitetes Schubladendenken hinaus interdisziplinär zu arbeiten, die eigene Person mit allen Ecken und Kanten ins Zentrum des eigenen Schaffens zu stellen oder sich couragiert für soziale, politische oder gesellschaftliche Belange einzusetzen. Auch entspricht der mutige Umgang mit Problemen häufig künstlerischem Selbstverständnis.

In die Vorbereitungsphase des Festivals fiel das Outing des Profifußballers Thomas Hitzlsperger und inspirierte eine größere Anzahl queerer Kunstprojekte, die in einer eigenen „Rosa Route“ zusammengefasst wurden. Darunter ein Fotoprojekt aus Minsk, in dem essayistisch die dort stigmatisierte Gay-Community porträtiert wurde. Auch entstand mit dem Fanzine „Rosa Falter“ eine eigene Publikation mit erweiterten Informationen.

Bei „Hair yourself“ wurden gesellschaftlich akzeptierte Schönheitsnormen in Frage gestellt, als sich Performer*innen und spontan auch Menschen aus dem Publikum das Haupthaar abschnitten. Die Frage nach Überwachung und Datenschutz war auch in der künstlerischen Reflexion immer wichtiger geworden. Etwa wenn es darum ging, welche Begriffe in einer privaten Emailkorrespondenz genutzt werden müssen, um unter Terrorismusverdacht gestellt zu werden. Auf dem Richardplatz wurde das „Hotel Rix“ eröffnet, das Formen des Übernachtens im öffentlichen Raum propagierte. Die unterschiedlichen, künstlerisch gestalteten Räume (Abwasserrohr, Baumhaus, Treibhaus, Laubhütte) konnten im Vorfeld kostenlos gebucht und in der Nacht real bewohnt werden.

Inklusion wurde 2014 immer wichtiger im Gesamtfestival. Eindrucksvoll war etwa eine Rollstuhlperformance im Hof der Alten Post, die den Aktionsradius, aber auch den Willen zur Gestaltung einer körperlich eingeschränkten Künstlerin vor Augen führte.

 

 

439 Veranstaltungen, davon 290 Festivalbeiträge, 97 Offene Ateliers und Kunsträume, 52 Veranstaltungen JUNGE KUNST NK

284 Festivalorte

über 60.000 Besuchende