Das Thema S.O.S. wurde von der Künstlerin Janine Hönig vorgeschlagen. Es ergab sich eine unfreiwillige Aktualität, als im Vorbereitungszeitraum die Dramatik der Migrationsbewegungen über das Mittelmeer immer deutlicher erkennbar wurde. Das Thema Flucht stand daher bei viele Projekten im Vordergrund, die 2015 Jahr entstanden und präsentiert wurden. Daneben ging es auch um allgemeine Aufgaben von gesellschaftlich orientierter Kunst.

Viele Künstler*innen hinterfragten ihre Rolle in der Gesellschaft. Wo kann Kunst tatsächlich wirksam sein, wenn es darum geht, positive Impulse zu setzen? Ist die Welt überhaupt noch zu retten? Unter welchen finanziellen Bedingungen Künstler*innen arbeiten, zeigte zum Beispiel das Projekt „Wie unbezahlte Künstler*innen die Welt retten“.

In der zentralen Ausstellung in den Neukölln Arcaden spielten globale ökonomische und politische Entwicklungen eine Rolle. Großformatige Installationen in der Mall wurden ergänzt durch Erkundungen des lokalen Umfelds. So wurden vom KUNSTASYL „Fernreisen durch Neukölln“ organisiert, die den unmittelbaren Kontakt zwischen Menschen auf der Flucht und den bereits Angekommenen beförderten. Das „Liveboat Chapter 5“ auf dem Tempelhofer Feld setzte ein imposantes, temporäres Denkmal für die im Mittelmer ertrunkenen Migrant*innen. Eine andere, partizipative Aktion schuf ein überdimensioniertes Papierschiff, das im Kanal im Rahmen einer Performance unterging. In „SOS Australia“ wurde eine eindrucksvolle künstlerische Form gefunden, auf die Unterdrückung australischer Ureinwohner*innen hinzuweisen. In der Aktion „Superheroes of Neukölln“ traten, entworfen von Jugendlichen, Wrestler in der Funktion und Kostümierung etwa als ‚Hausaufgaben-Man‘ auf, um ihre persönliche Welt zu retten. Es entstand sogar eine „Not-Aufnahme“ in einer Galerie, die Kunst als Mittel zur Selbstrettung anbot.

 

387 Veranstaltungen, davon 229 Festivalbeiträge, 77 Offene Ateliers und Kunsträume, 24 Führungen, 57 Events bei JUNGE KUNST NK, über 1.100 teilnehmende Künstler*innen, 250 Festivalorte, über 80.000 Besuchende