Mit dem Festivalthema reagierten wir auf als bedrohlich empfundene gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Neben der negativen Konnotation lassen sich im Schatten aber auch Dinge entdecken, die sich sonst der Wahrnehmung entziehen. 

In künstlerischer Hinsicht war das Thema Schatten für viele Teilnehmende sehr attraktiv. In der Fotografie werden Schatten zur Akzentuierung und Emotionalisierung bewusst eingesetzt. Auch ließen sich eine ganze Reihe installativer Projekte beobachten, die sich mit visuellen Phänomenen beschäftigten. So etwa interaktive Licht-Schatten-Modulatoren, die von Studierenden der UdK erarbeitet wurden oder die spektakuläre Inszenierung von Lichtinstallationen in sechs „Tubes“ im vierten Untergeschoss des Vollgutkellers auf dem Kindl-Areal.

Doch auch die abstraktere Interpretation des Themas nahm einen breiten Raum ein. Themen wie Gentrifizierung, Marginalisierung oder auch Endlichkeitserfahrungen spielten eine große Rolle. Erstmals im Festival wurde der Eiskeller unter der Kapelle auf dem Thomaskirchhof als Ausstellungsort bespielt und versammelte insbesondere Projekte, die sich eindrucksvoll mit dem „Schattenreich“ des Todes beschäftigten. In den Neukölln Arcaden wurde die Präsentation von „Kein Mensch ist aus Asphalt“ zu einer Demonstration der Mitmenschlichkeit. Porträts von Obdachlosen in prekärer und gestylter Kleidung und Erscheinung machte eindrücklich auf Menschen aufmerksam, die sonst durch das Raster unserer alltäglichen Wahrnehmung fallen. Die Intervention Make More im Hof der Passage inszenierte einen fingierten Architekturwettbewerb zur Aufwertung des historischen Bauensembles und kombinierte Schautafeln mit dessen stadträumlichen Veränderung.

Kooperationen mit dem Trekant Fest aus Dänemark und einer Künstler*innengruppe aus Kaliningrad waren wichtige Elemente des internationalen Kunstaustauschs.  

 

390 Veranstaltungen, davon 256 Festivalbeiträge, 60 Offene Ateliers und Kunsträume, 15 Führungen, 59 Events bei JUNGE KUNST NK

Über 1.200 teilnehmende Künstler*innen

229 Festivalorte

über 80.000 Besuchende