Direkt zum Inhalt
  • Offenes Format

Fotoausstellung Daniel Chatard - Niemandsland

Daniel Chatard

Fr., 28.06. 19:00–23:00 Uhr Sa., 29.06. 14:00–20:00 Uhr So., 30.06. 12:00–16:00 Uhr
Das junge Künstler:innenkollektiv des Ateliers UR-ART öffnet erstmals seine Türen. Das Atelier dient nicht nur als Plattform für junge Fotokünstler:innen, sondern auch als Raum für Austausch und Begegnung.
Den Auftakt bildet die Ausstellung "Niemandsland" von Daniel Chatard. Die preisgekrönte Arbeit behandelt den aktuellen Konflikt bezüglich des Klimawandels und der Braunkohleförderung im Rheinland.

Vernissage 27.06.2024, 19:00 Uhr.
Artist Talk 28.06.2024, 20:00 Uhr.

Infos zur Arbeit:
Die Serie „Niemandsland“ (2017-2023) beschäftigt sich mit dem Konflikt um die Förderung von Braunkohle im Rheinland, wo der Energiekonzern RWE die Tagebaue Hambach, Garzweiler II und Inden betreibt. Zusammen bilden sie die größte Quelle von CO2-Emissionen in ganz Europa. Für die Vergrößerung der Gruben mussten Felder weichen, Wälder wurden abgeholzt und ganze Dörfer zerstört und umgesiedelt. In diesen Landschaften spiegelt sich
die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Allmacht, die der Konzern seit Jahrzehnten auf die Region ausübt.
Seit 2012 formierte sich in der Umweltbewegung Widerstand gegen RWE, der in der Räumung des von Aktivisten besetzten Hambacher Forsts 2018 gipfelte. Auch das Bündnis Ende Gelände lenkt im Rheinland immer wieder durch Aktionen zivilen Ungehorsams die Aufmerksamkeit auf ihre Forderung globaler Klimagerechtigkeit.
Die Umweltbewegung und deren Erfolg, den verbleibenden Rest des Hambacher Forsts zu retten, gab auch den Bewohnern von sechs verbleibenden Dörfern Mut, gegen deren Umsiedlung zu kämpfen. Die 2021 beschlossene Rettung von fünf dieser Dörfer hinterlässt geteilte Dorfgemeinschaften, von denen ein Großteil bereits am Umsiedlungsstandort lebt.
Deutschland will nun bis zum Jahr 2030 die Kohleverstromung beenden. Anhand des beschriebenen Konfliktes um den Raum wird der aktuell in Deutschland herrschende Konflikt zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen untersucht und der Anfang vom Ende des Zeitalters der Kohle in Deutschland dokumentiert.

Kurz-Bio

Daniel Chatard

Daniel Chatard (*1996 in Heidelberg) ist ein deutsch-französischer Dokumentarfotograf. Er lebt in Hamburg und arbeitet.
Daniel studierte Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover und mit einem Stipendium des DAAD Photography & Society an der Königlichen Akademie der Künste in Den Haag. 2018 absolvierte er ein Austauschsemester an der journalistischen Fakultät der Tomsk State University in Russland.
In freien Projekten beschäftigt Daniel sich mit Umwelt, kollektiven Identitäten und Trauma. Er interessiert sich dafür, wie sich diese Themen im physischen Raum manifestieren und wie die Landschaft als geteilter Raum von Erfahrungen und Erinnerung sie verkörpert. Zuletzt gewann er den World Press Foto Contest in der Kategorie Langzeitprojekte.

https://chatard.de

Ort

Pflüger Straße 52
12047 Berlin
Deutschland

Atelier UR-ART
Die nächsten 9 Veranstaltungen