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Des Menschen bester Freund

Elena Bonometti

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Fr., 28.06. 19:00 – So., 30.06. 19:00
„Des Menschen bester Freund“ ist eine künstlerisch-soziologische Betrachtung des Lebens in der Großstadt. Die Berliner U-Bahn ist wie eine Art Mikrokosmos, in dem beinahe alles aufeinandertrifft und für einen Moment in konzentrierter Form sichtbar wird. Jede Person lebt jeweils in ihrer eigenen Realität, von der man nur die Oberfläche zu erkennen vermag. Der dauerhafte Geräuschepegel einer U-Bahnfahrt wird von den meisten Menschen ausgeblendet oder allenfalls als unbewusstes Hintergrundgeräusch wahrgenommen. Trotzdem sind sie omnipräsent: die Fahrtgeräusche, das Handyklingeln, das Klimpern des Bechers einer bettelnden Person, die Haltestellenansagen, das Schlurfen von Schuhen auf dem rauen Untergrund. Vollkommene Ruhe findet man hier nicht. Die einzig existierende Stille befindet sich zwischen den Menschen: dem resignierten, distanzierten Anschweigen des Großstadtvolkes untereinander. Sie schafft eine Anonymität, in der es kein wir gibt, sondern nur ein ich und die anderen. Nichtsdestotrotz können Geräusche individuelle Charakterzüge oder Lebensumstände einer Person lesbar und hörbar machen: Armut, Abhängigkeit, Aggressivität, Aufgeschlossenheit, Abgeschlagenheit. Viele Großstadtbewohner*innen sehnen sich nach einer Ruhe von dem Lärm, den ständigen Gesprächen, dem U-Bahn Musiker hier oder der Bettlerin dort. Diese Stille, diese Unsichtbarkeit ist für andere Menschen in der Großstadt aber ein Problem. Wohnungslose werden überhört und möglichst aus den gentrifizierten Vierteln verdrängt. Senioren leiden unter Alterseinsamkeit und haben oft niemanden, mit dem sie reden können. Selbst unter jungen Leuten verläuft die Kommunikation zu einem großen Teil nur noch online, statt von Angesicht zu Angesicht. Der Animationskurzfilm beschäftigt sich mit diesen Themen auf eine karikaturistische und surreale Weise. Statt die Realität abzubilden, zeigt er eine subjektive Wahrnehmung, in der die Grenzen von Tagtraum, Fantasie und wirklichen Beobachtungen bewusst verwischt sind.

Kurz-Bio

Elena Bonometti

Elena Bonometti stammt aus Berlin und studiert Bildende Kunst an der UdK Berlin. Sie beschäftigt sich in ihrer Kunst aktuell mit sozialen und sozialphilosophischen Fragen, denen sie sich aus einer subjektiven Perspektive heraus widmet. Was ist Authentizität und gibt es das überhaupt? Wie begegnet uns Abhängigkeit im Alltag und wie begegnen wir ihr in einem anonymisierten, routinierten Großstadtleben? Was macht eine immer digitaler werdende Umwelt mit unserem gesellschaftlichen Zusammenleben? Medial arbeitet sie neben Malerei, Fotografie und Bildhauerei hauptsächlich mit dreidimensionalen Animationsfilmen.

Ort

Weserstraße 50
12047 Berlin
Deutschland

Gelegenheiten E.v

Barrierefreiheit

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