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  • Kunst im öffentlichen Raum

Baker's Dozen: 13 Künstler:innen × 13 Kabinette @ SCHöNKABINETT

HUGSTEN

Barrierefreier Zugang
Fr., 03.07. 19:00 - 22:00 Uhr Sa., 04.07. 10:00 - 22:00 Uhr So., 05.07. 10:00 - 19:00 Uhr
13 Kabinetts. 13 Künstler. One Backer's Dozen.

Der Brauch des Bäcker-Dutzends (13 statt 12) entstand im England des 13. Jahrhunderts, um harte Strafen für den Verkauf von zu leichtem Brot zu vermeiden. Er ist sowohl ein Überschuss als auch eine Vorsichtsmaßnahme. Unter König Heinrichs III. Brot- und Biergesetz drohten Bäckern Geldstrafen oder Auspeitschungen für zu leichte Brote. Daher fügten sie ein 13. „Vorsichtsbrot“ hinzu, um das vorgeschriebene Gewicht sicherzustellen. Ein zusätzliches Brot, um Verlust, Strafe oder Fehlkalkulation zu vermeiden. Sicher ist sicher. Es steht zwar etwas außerhalb des Systems, dem es angehört, aber gleichzeitig auch als Mittel, sich an eben dieses System zu halten.

Wie Grenzen selbst, stört das Bäcker-Dutzend die Sicherheit geschlossener Systeme. Zwölf suggeriert Vollständigkeit, Ordnung, Symmetrie – einen sauber geschlossenen Kreislauf. Dreizehn hingegen führt eine produktive Instabilität ein: Es verwirft die Struktur nicht, sondern transzendiert sie und zeigt, dass jedes System bereits das Potenzial für Überlauf in sich trägt.

Baker’s Dozen reflektiert Perspektiven auf Grenzen: nicht als starre Trennlinien, sondern als durchlässige Zonen, in denen Bedeutungen gleiten, sich vervielfältigen und neu anordnen. Das zusätzliche Kabinett fungiert als konzeptuelles Grenzgebiet: weder ganz innerhalb noch ganz außerhalb. Es durchbricht die Logik der Gleichheit und enthüllt, wie Normen oft nur annähernd gelten. Dieser Überschuss entspricht künstlerischen Praktiken, die nicht auf heroische Grenzüberschreitung abzielen, sondern Schwellen besetzen und innerhalb überlieferter Formen arbeiten, diese subtil verschieben.

Überschuss wird zum Ort der Aushandlung, der Fürsorge und der Neuerfindung.

Die Ausstellung erstreckt sich über 13 Kabinetts in Neukölln, vom Rande Kreuzbergs bis zur Grenze Tempelhofs. Welches Kabinett ist das „zusätzliche“ – und spielt das überhaupt eine Rolle?

Kurz-Bio

HUGSTEN

Hugsten ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden schwedischen Künstler Annsofie Jonsson und Håkan Jonsson, die in Berlin leben. In ihrer künstlerischen Praxis untersuchen sie Mythos und Ritual als Formen der Sinn- und Wissensschöpfung sowie als Werkzeuge zur Imagination alternativer, verzauberter Zukünfte. Sie arbeiten phänomenologisch mit Textfragmenten, Bildern, Klängen, Installationen und Performances, oft mit nicht-menschlichen Akteuren, und verzichten bewusst auf die Frage nach Realität und Fiktion. Das Wort „hugsten“ erscheint in der Eddan, Hyndlas sång, Vers 41, wo Lok das Herz einer Frau findet, halb verbrannt auf einem Lindenholzfeuer, es isst, schwanger wird und alle seltsamen Geschöpfe der Welt gebiert.

Ort

Bürknerstrasse 12
12047 Berlin
Deutschland

Schön Kabinett

Kontakt

015238722191

Barrierefreiheit

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