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Nachtigall, ick hör dir trapsen

Janosch Becker und Hanna Komornitzyk

Barrierefreier Zugang
Fr., 28.06. 19:00 – So., 30.06. 19:00
Mit dem Buch Silent Spring von 1962 gilt Rachel Carson heute als eine der wichtigsten Wegbereiter*innen des zeitgenössischen Naturschutzes. Als eine der ersten spricht sie konkret den dramatischen Verlust der Biodiversität an und zeigt dies am Verschwinden der Vögel, auf die sich „silent" im Titel bezieht. Gleichzeitig zeigen Studien, dass die Artenvielfalt heute in Städten oft höher ist als auf dem Land. Orte urbaner Stille sehen wir immer dort, wo Geräuschkulissen der Stadt hinter denen der "Natur" zurücktreten. Besonders eindrucksvoll wird das in der Nacht deutlich, wenn Nachtigallen auf Friedhöfen und in Parks singen, während rundum der Verkehrslärm geringer wird. Auf dem Tempelhofer Feld findet sich, fernab der Straßen Neuköllns, die höchste Dichte an Feldlerchen in Berlin. Beide Arten, Nachtigall und Feldlerche, sind, nicht zuletzt durch die häufige Erwähnung in Kunst und Literatur und als „flagship species" im Naturschutz, zu ikonischen Arten geworden. Von jeher haben ihr außergewöhnlicher Gesang, ihre Lautstärke und ihre Ausdauer die Menschheit fasziniert und inspiriert. Jede*r kennt die Namen dieser Vögel, aber wer weiß schon wie sie klingen oder aussehen? Ende Juni, wenn 48 Stunden Neukölln stattfindet, werden sich jahreszeitlich bedingt die meisten Vögel bereits für die Aufzucht ihrer Jungen zurückgezogen haben und stiller werden. Um Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, von wie vielen Nachtigallen und Feldlerchen wir in der Stadt umgeben sind, führt immer dort, wo sich ein reales Revier einer Nachtigall oder Feldlerche befindet, ein QR-Code Besucher*innen zu einer Audioaufnahme. Diese umfassen künstlerische Auseinander-setzungen, die eine der beiden Vogelarten referenzieren, beispielsweise Gedichte, Musik, Filme oder Literatur, onomatopoetische Beschreibungen der Lautäußerungen (vereinfacht: Gesänge), wie sie in Bestimmungsbüchern zu finden sind, oder kurze Geschichten von Menschen aus Neukölln, die eine Verbindung zu diesen Vögeln haben.

Kurz-Bio

Janosch Becker und Hanna Komornitzyk

Janosch Becker hat bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel studiert und beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den Zusammenhängen von Mensch, Natur und umweltpolitischen Themen. An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde hat er anschließend ein naturwissenschaftliches Studium absolviert. Seit 2021 arbeitet er an der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg in Baitz.


Hanna Komornitzyk ist Kultur- und Sprachwissenschaflerin, die sich mit den narrativen und kommunikativen Ebenen befasst, die an den Intersektionen von Sprache, Bild, Ton und Raum zu finden sind. Zu ihren Schwerpunkten zählen die umwelt- und sozialpolitischen Dimensionen von Kunst, Literatur und Film. Sie lebt und arbeitet in Neukölln.

Ort

Schierker Str. 8
12051 Berlin
Deutschland

Kreativraum in der Galerie im Körnerpark

Kontakt

030 56823939

Barrierefreiheit

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