Direkt zum Inhalt
  • Bildende Kunst

world:view

Forest Senecal

Fr., 03.07. 19:00 - 21:00 Uhr Sa., 04.07. 09:30 - 16:00 Uhr So., 05.07. 09:30 - 16:00 Uhr
Im Zentrum von WORLD:VIEW stehen drei Skulpturen aus gefundenen Materialien. Den Brauch der „Zu verschenken“-Kisten nehme ich als ein Geschenk wahr. Wir können viel lernen, indem wir uns mit den Dingen auseinandersetzen, die niemand mehr will. Im Titel steckt ein Doppelpunkt: eine Pause. Diese erlaubt dem Leser einen Moment des Innehaltens, um über den Raum zwischen seiner Welt und seiner Sichtweise darauf zu reflektieren.

Für PORTAL habe ich Lichter in ein Plastikobjekt unbekannten Zweckes eingebaut. Dadurch wird es zu einem Tunnel, durch den man sich eine andere Welt erträumen könnte. Das Licht macht nicht nur die Form des Objektes sichtbar; es erleuchtet auch die Wand dahinter. Dadurch verschwimmen die Grenzen der Skulptur. Gleichzeitig steht das Licht für eine neue Idee, indem es durch uns hindurch scheint auf unseren Platz, unsere Gemeinschaft und unsere ideellen Grundlagen.

MIRROR besteht aus einem Bildschirm eines kaputten Fernsehers. In den Rissen sind silberne Pigmente in Anlehnung an die japanische Kunstform des Kintsugi, bei der Bruchstellen reparierter Keramik sichtbar werden. Auf Augenhöhe angebracht, fungiert der Bildschirm nun als Spiegel, der dunkel schimmert wie ein Ölfilm. Das Spiegelbild ist verschleiert, und das Selbstbild des Betrachters wird von feinen silbernen Rissen überlagert. Die Arbeit thematisiert das Gefühl von Ausgrenzung durch Fremdheit, das beim Eintritt in ein neues Land entsteht, und damit in neue kulturelle, soziale oder gedankliche Räume. Welche Gefühle entstehen, wenn man Schwierigkeiten hat, sich selbst wiederzuerkennen?

Die Beine von CREATURE sind aus einem Regenschirm entstanden. Für den Körper wurden Straßenzeitungen, die von Menschen in Not verkauft werden, zu Pappmaché verarbeitet. Die Skulptur hinterfragt damit, wie wir andere zu Monstern machen, indem wir dem Unbehagen ausweichen, die Welt so zu sehen, wie sie tatsächlich ist. Gleichzeitig stellt sie die Frage, was dabei verloren geht, wenn Kunst Leid ästhetisiert.

Kurz-Bio

Forest Senecal

Forest Senecal ist ein*e multidisziplinär arbeitende*r Künstler*in. Forest arbeitet mit Malerei und Skulptur und interessiert sich besonders für gefundene und recycelte Materialien. Ausgehend von einem Hintergrund in Politikwissenschaft schafft Forest Arbeiten, die die Beziehung zwischen Menschen und ihrer menschengeschaffenen Umwelt untersuchen. Als queere, nichtbinäre Person aus dem Ausland in Deutschland beschäftigt sich Forest außerdem mit Fragen von Zugehörigkeit und Identität.

Ort

Nogatstr 38
12051 Berlin
Deutschland

Taktil Bäckerei
Die nächsten 9 Veranstaltungen