Direkt zum Inhalt
  • Bildende Kunst
  • Installation

Symbionten

Lale Willan

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Fr., 03.07. 19:00 - Sa., 04.07. 00:00 Sa., 04.07. 12:00 - So., 05.07. 00:00 So., 05.07. 12:00 - 19:00 Uhr
Die Arbeit “Symbionten” entsteht aus ausrangierten Vogel- und Kleintierkäfigen, die durch Schweißen, Biegen und Neuarrangieren in hybride Strukturen überführt werden. In diesem Prozess verlieren die Käfige ihre ursprüngliche Funktion als eindeutige Architekturen von Innen und Außen und werden zu relationalen Gebilden, in denen Grenzen instabil und durchlässig sind.
Bezogen auf das Festivalthema OUT/SIDE/IN untersucht die Arbeit Käfige als materielle Grenzziehung: sie erzeugen Innenräume, definieren Ausschlüsse und organisieren Körper. Zugleich werden sie porös, deformiert und durchlässig. Türen, Gitter und Ebenen kippen ihre Bedeutung, Innen und Außen lassen sich nicht mehr eindeutig verorten.
In Anlehnung an Donna Haraways Begriff der „Critter" werden die Käfig-Symbionten nicht als Objekte, sondern als mehr-als-menschliche Wesen verstanden: eigensinnige, historisch aufgeladene Entitäten, die Beziehungen eingehen, Spuren tragen und Handlungsmacht besitzen. Sie erscheinen nicht als überwundene Strukturen, sondern als mitverantwortliche Akteur:innen innerhalb eines geteilten Gefüges.
Gleichzeitig greift die Arbeit Karen Barads Konzept der Intra-Aktion auf: Bedeutung, Form und Agency sind nicht vorausgesetzt, sondern entstehen erst im Zusammenspiel von Material, Raum, Bewegung und Betrachtenden. Die Critter konstituieren sich nicht isoliert, sondern werden situativ hervorgebracht.
Im Zeitalter von Haraways Chthuluzän ist Symbiose die Bedingung von Existenz. Die Käfig-Symbionten entwerfen eine spekulative Situation, in der OUT, SIDE und IN nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als dynamische, einander hervorbringende Zustände: verstrickt, abhängig und nie vollständig voneinander getrennt.

Kurz-Bio

Lale Willan

Lale Willan initiiert derzeit eine neue Kunstrichtung namens “Ecocentric Art”. Im Zentrum ihrer Praxis steht die Überwindung von Dualismen wie Natur und Gesellschaft zugunsten eines systemisch-ökologischen, symbiotischen Verständnisses. Für sie ist es wesentlich, tief verankerte Glaubenssysteme zu überwinden, die den Menschen zum Mittelpunkt der Welt erklären. Als multimediale Künstlerin nutzt sie Restmaterialien und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und bezieht antispeziesistische sowie animistische Perspektiven ein Nach ihrem Kunststudium an der AKI ArtEZ University of the Arts in den Niederlanden, absolvierte sie einen Master of Education - Bildende Kunst an der UdK Berlin. Sie stellt regelmäßig in Berlin aus und erhielt u.a. ein Neustart-Kultur-Stipendium des Deutschen Künstlerbundes

Ort

Karl-Marx-Straße 95
12043 Berlin
Deutschland

CANK

Kontakt

+49 30 549 823 28

Barrierefreiheit

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Die nächsten 9 Veranstaltungen