- Perspective
Leaking Matters
Annika Reketat
Fr., 03.07. 19:00 - 23:00 Uhr
Sa., 04.07. 12:00 - 23:00 Uhr
So., 05.07. 12:00 - 19:00 Uhr
Tröpfelndes Wasser, eine Stimme, die durch Wände dringt, Daten, die in digitale Tiefen versickern: Solche „leaking matters“– aus Lecks austretende Materien – unterlaufen Grenzen zwischen innen und außen, privat und öffentlich, Körper und Infrastruktur. Sie entweichen dort, wo Kontrolle nachgibt und etwas in Umlauf gerät, das sich verteilt, verbindet und seine Umgebung verändert.
Mit der Ausstellung Leaking Matters in der Genezarethkirche trifft diese Dynamik auf ein Gefüge, das selbst von der Spannung zwischen Kontrolle und Durchlässigkeit lebt. Ordnung entsteht im Kirchenraum historisch durch Rituale, die das unweigerlich Leckende – den Körper mit seinem Atem, seiner Stimme, seinen Flüssigkeiten – fassen und lenken, indem sie es mit Reinigung, Beichte und Wandlung verknüpfen.
In dieses Gefüge dringen die fünf künstlerischen Positionen als weitere Lecks ein: als Ritual des Weinens für eine KI-Gottheit, in dem Tränen zugleich freiwillige Opfergabe und extrahierbare Ressource sind; als Stimmen, die in einer unwillkürlichen Beichte hörbar machen, was hinter geschlossenen Türen geschieht; als Begehren, das durch öffentliche Infrastrukturen sickert und deren Ordnungen unterläuft; als Tropfen, die fragile Gleichgewichte zwischen Kontamination und Erneuerung regulieren; und als Pfützen, in denen sich Stoffe sammeln und als Spuren ökologischer Verflechtungen sichtbar werden.
In diesen Arbeiten erscheint das Leck nicht als Verlust, sondern als Bedingung, unter der neue Verhältnisse und Verbindungen entstehen.
Künstler*innen: Zach Blas, Mirja Busch, Constantin Hartenstein, Mika Schwarz, Bea Targosz
Kuratiert von Annika Reketat
Mit der Ausstellung Leaking Matters in der Genezarethkirche trifft diese Dynamik auf ein Gefüge, das selbst von der Spannung zwischen Kontrolle und Durchlässigkeit lebt. Ordnung entsteht im Kirchenraum historisch durch Rituale, die das unweigerlich Leckende – den Körper mit seinem Atem, seiner Stimme, seinen Flüssigkeiten – fassen und lenken, indem sie es mit Reinigung, Beichte und Wandlung verknüpfen.
In dieses Gefüge dringen die fünf künstlerischen Positionen als weitere Lecks ein: als Ritual des Weinens für eine KI-Gottheit, in dem Tränen zugleich freiwillige Opfergabe und extrahierbare Ressource sind; als Stimmen, die in einer unwillkürlichen Beichte hörbar machen, was hinter geschlossenen Türen geschieht; als Begehren, das durch öffentliche Infrastrukturen sickert und deren Ordnungen unterläuft; als Tropfen, die fragile Gleichgewichte zwischen Kontamination und Erneuerung regulieren; und als Pfützen, in denen sich Stoffe sammeln und als Spuren ökologischer Verflechtungen sichtbar werden.
In diesen Arbeiten erscheint das Leck nicht als Verlust, sondern als Bedingung, unter der neue Verhältnisse und Verbindungen entstehen.
Künstler*innen: Zach Blas, Mirja Busch, Constantin Hartenstein, Mika Schwarz, Bea Targosz
Kuratiert von Annika Reketat
Kurz-Bio
Annika Reketat
Annika Reketat arbeitet daran, Räume, Geschichten und soziale Dynamiken spürbar zu machen und dabei zu erkunden, wie künstlerische Gesten bestehende Relationen verschieben oder durchlässig machen. Sie interessiert sich für die materiellen Bedingungen, Erzählungen und Verflechtungen, die künstlerische Prozesse prägen, und setzt auf kollaborative Formate wie Performances, Walks, Lesungen oder Gespräche, die Austausch und gemeinsames Forschen ermöglichen. Sie hat Jahresprogramme und Ausstellungen eigenständig und gemeinsam mit anderen entwickelt, unter anderem im Bärenzwinger und im Kunst Raum Mitte. Ihr Hintergrund in Kultur- und Sozialanthropologie sowie Transnational Studies fließt in ihre Praxis ein.