Direkt zum Inhalt
  • Offenes Format

Stadt aus /Stein/aus Stadt

Franziska, Anne, Catalina

Barrierefreier Zugang
Sa., 04.07. 11:00 - 17:00 Uhr So., 05.07. 11:00 - 17:00 Uhr
In Berlin zirkulieren Baumaterialien permanent. Sie werden verbaut, verbraucht, entsorgt, ergänzt, saniert, imitiert und wiederverwendet. Der urbane Raum erscheint als Gefüge fortwährender Transformation ohne endgültigen Verlust: Kein Material verschwindet vollständig – es verändert Form, Ort und Funktion.
Der Boden selbst wird zum Archiv. Unter der Stadt lagern Schichten der Zeit, geformt durch natürliche Prozesse und menschliche Eingriffe. Erden, Sand, Gestein und Schutt verdichten sich zu einem sedimentierten Gedächtnis der Stadt und lassen sich als Spuren von Handlungen und Ereignissen lesen.
Fels, Kies oder Sand – jeder Stein ist einzigartig. Keine Oberfläche gleicht der anderen, keine Form wiederholt sich. Wird ein Stein aufgenommen, erscheint er zunächst als reines Material. Seine Eigenschaften bleiben jedoch nicht stabil: Form, Oberfläche und Haptik verändern sich durch Kontext und Bearbeitung, durch menschliches Handeln. Aus einem Stein wird ein Baustein, eine Figur oder ein Objekt. Erst durch Zuschreibung entsteht Bedeutung – als Mauer, Ziegel oder Symbol.
Damit stellt sich die Frage: Wann ist ein Stein Material und wann wird er zum Objekt? Zwischen Nutzung und Betrachtung verschiebt sich sein Status. Der Stein wird positioniert und in Beziehung gesetzt und wird so Teil neuer Ordnungen.
Der Status des Steins interessiert uns: seine Einfachheit und Variabilität eröffnen einen Möglichkeitsraum der Gestaltung. Er wird zum Medium, um den Zustand der Stadt zu beobachten, zu lesen und neu zu interpretieren.
In einem partizipativen Aufbau werden Materialien aus Berliner Erdreichen und Schutt bereitgestellt. Teilnehmende sind eingeladen, daraus eigene Steine zu formen. Verbindungsmassen ermöglichen das Kombinieren und Umformen der Materialien. So entsteht ein Kreislauf von Entnahme, Transformation und Rückgabe, in dem der Stein zugleich Material, Baustoff, Souvenir und Objekt ist – und Ausgangspunkt neuer Bedeutungsproduktion.

Kurz-Bio

Franziska, Anne, Catalina

Wir sind drei Freundinnen aus Grafik, Mode und bildender Kunst. An den Schnittstellen unserer Disziplinen suchen wir Gemeinsamkeiten und erforschen die Möglichkeiten von Material, Objekt und Raum. Uns fasziniert die Beziehung zwischen Strukturen und Menschen: Was umgibt uns, wie lässt es sich formen und wie brechen wir dabei mit dem Erwartbaren?
Wir möchten Besucher:innen einladen, selbst Teil der Ausstellung zu werden: Objekte werden angefasst, bewegt und neu in Beziehung gesetzt. Besucher:innen packen mit an, dokumentieren mit uns und formen ihr eigenes Narrativ. Es entsteht ein Raum für einzelne Akteur:innen und die Gemeinschaft – ein Ort, an dem wir für eine gewisse Zeit gemeinsam verweilen, verknüpfen und das Dazwischen verhandeln.

Ort

Weichselstraße 2
12043 Berlin
Deutschland

KW-Studio / Remise

Barrierefreiheit

Barrierefreier Zugang
Die nächsten 9 Veranstaltungen