- Führung
- Intervention
- Performance
The Republic of Chicken: Public History and Worldbuilding Walk on Sonnenallee
Promona Sengupta & Jorinde Schulz
Sa., 04.07. 14:00 - 16:00 Uhr
Sonnenallee – das pulsierende Herz von Neukölln, mitten im Zentrum der deutschen Hauptstadt. Und doch: Sobald man in diese Straße einbiegt, spürt man ein leichtes Schwindelgefühl, die Aufregung und die schleichende Angst, eine Grenze zu überschreiten. Es dauert nur einen Augenblick, bis einem klar wird, dass die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland in diesem Teil der Stadt möglicherweise keine Gültigkeit haben. Häufig Ziel von Polizeirazzien und Kontrollen und von populistischen Politikern als Inbegriff einer vermeintlich „gescheiterten Integration“ verteufelt, werden den Bewohnern der Sonnenallee systematisch ihre Rechte und ihre Würde vorenthalten. Trotzdem scheint die Straße lebendig und voller Energie zu sein wie kein anderer Ort und zieht mit ihrer vielfältigen kulturellen und kommerziellen Landschaft Menschen nicht nur aus ganz Berlin, sondern aus der ganzen Welt an. Insbesondere Liebhaber und Fans von gegrilltem Hähnchen werden von der unvergleichlich knusprigen und reichhaltigen Vielfalt saftiger Köstlichkeiten angezogen, die in den kulinarischen Tempeln der Straße angeboten werden. Es ist, als ob die magische Anziehungskraft der Chicken Republic mit ihrem Image als gefährlicher, „gesetzloser Raum“ verbunden wäre.
Auf einer zweistündigen Tour überqueren wir die Grenze in die andere, wundersame Realität der Sonnenallee und erkunden ihre Mythen und ihren Zauber, ihre Politik und ihre öffentliche Geschichte. Warum und wie unterscheidet sich dieser Ort und wurde er zu einem „rechtsfreien Raum“ gemacht? Welche politischen Strategien kommen hier zum Einsatz, und in welchem Zusammenhang stehen sie mit kolonialen Methoden, die weltweit angewendet werden? Und was hat all das mit der „Big Hen“, einem uralten Hühnergott, zu tun? Wir werden einige der vielen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Hotspots der Sonnenallee besuchen und zu Historiker*innen einer kritischen und transformativen Geschichtsschreibung werden.
Auf einer zweistündigen Tour überqueren wir die Grenze in die andere, wundersame Realität der Sonnenallee und erkunden ihre Mythen und ihren Zauber, ihre Politik und ihre öffentliche Geschichte. Warum und wie unterscheidet sich dieser Ort und wurde er zu einem „rechtsfreien Raum“ gemacht? Welche politischen Strategien kommen hier zum Einsatz, und in welchem Zusammenhang stehen sie mit kolonialen Methoden, die weltweit angewendet werden? Und was hat all das mit der „Big Hen“, einem uralten Hühnergott, zu tun? Wir werden einige der vielen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Hotspots der Sonnenallee besuchen und zu Historiker*innen einer kritischen und transformativen Geschichtsschreibung werden.
Kurz-Bio
Promona Sengupta & Jorinde Schulz
Promona Sengupta ist multidisziplinäre Künstlerin und Kuratorin. In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie mit feministischer, dekolonialer Science Fiction und Worldbuilding. Zuletzt kuratierte sie ‘Specters of Sultana’ im Künstlerhaus Bethanien und ‘Sweetmeet Shindook. A Travelling Queer Archive’ im Schwulen Museum. Sie ist Gründerin des Künstler*innenkollektivs Spaceship Beben. promonasengupta.de Jorinde Schulz ist Autorin von “Die Clubmaschine (Berghain)” - ein literarisches Essay, das die Mythen und Maschinerie des legendären Clubs erforscht, und Herausgeberin von “Generalverdacht. Wie mit dem Mythos Clankriminalität Politik gemacht wird”, ein multidisziplinärer kritischer Sammelband. Als Mitglied des Kollektivs Spaceship Beben produziert sie spekulative Narrarion in Wort und Ton.