- Bildende Kunst
- Interdisziplinäre Projekte
- Literatur & Poesie
Veiling syllables on the written floor
Yedam Ann
Sa., 04.07. 18:00 - 22:00 Uhr
In öffentlichen Räumen, die von einer Vielzahl an Sprachen durchdrungen sind, wird Verstehen oft zum Privileg. Dieses Projekt begreift Sprache als unsichtbare Infrastruktur, die den Zugang, die Zugehörigkeit und den Ausschluss innerhalb unserer Gesellschaft strukturiert. Im vielsprachigen Nebeneinander nehmen wir oft nur Fragmente wahr, die unserem eigenen linguistischen Code entsprechen, während andere Stimmen im Hintergrundrauschen versinken. So entstehen inmitten eines physisch geteilten Raumes unsichtbare Grenzen und überlappende, persönliche Territorien.
Während des Festivals verwandelt sich der Ort in einen Raum des Transits, an dem sich Bewegungen und Sprachen temporär kreuzen. Innerhalb dieser urbanen Heterotopie schlägt Yedam Ann einen temporären öffentlichen Platz zum Lesen, Schreiben und Sprechen vor – einen Ort, an dem Sprachen sich ansammeln, zerstreuen und neu kombinieren dürfen.
Die Künstlerin führt periodische Lesungen eigener Texte durch, die als Impulse im Raum wirken. Diese Texte thematisieren Erfahrungen von Exklusion, gelöschten Stimmen und der Fragmentierung des Lebens durch urbane Hierarchien. Über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden ist das Publikum eingeladen, sich am Schreibprozess zu beteiligen: Worte, Sätze oder Fragmente werden auf Papierbögen festgehalten, die sich über den Boden ausbreiten. Das Schreiben ist anonym; Autorschaft und narrative Kohärenz werden bewusst destabilisiert. Die Teilnehmenden können auf vorhandene Texte reagieren, sie fortsetzen oder fremde Sprachspuren einbringen.
Im Prozess werden die geschriebenen Materialien physisch verändert: zerrissen, neu angeordnet, (fehl-)übersetzt oder unübersetzt gelassen. Sprachen und Bedeutungen fließen ineinander oder prallen ungelöst aufeinander. Es entsteht eine räumliche Installation fließender Sprache. Dieses Projekt lädt dazu ein, durch kollektives Verlernen und Umschreiben unseres gemeinsamen Raumes Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Während des Festivals verwandelt sich der Ort in einen Raum des Transits, an dem sich Bewegungen und Sprachen temporär kreuzen. Innerhalb dieser urbanen Heterotopie schlägt Yedam Ann einen temporären öffentlichen Platz zum Lesen, Schreiben und Sprechen vor – einen Ort, an dem Sprachen sich ansammeln, zerstreuen und neu kombinieren dürfen.
Die Künstlerin führt periodische Lesungen eigener Texte durch, die als Impulse im Raum wirken. Diese Texte thematisieren Erfahrungen von Exklusion, gelöschten Stimmen und der Fragmentierung des Lebens durch urbane Hierarchien. Über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden ist das Publikum eingeladen, sich am Schreibprozess zu beteiligen: Worte, Sätze oder Fragmente werden auf Papierbögen festgehalten, die sich über den Boden ausbreiten. Das Schreiben ist anonym; Autorschaft und narrative Kohärenz werden bewusst destabilisiert. Die Teilnehmenden können auf vorhandene Texte reagieren, sie fortsetzen oder fremde Sprachspuren einbringen.
Im Prozess werden die geschriebenen Materialien physisch verändert: zerrissen, neu angeordnet, (fehl-)übersetzt oder unübersetzt gelassen. Sprachen und Bedeutungen fließen ineinander oder prallen ungelöst aufeinander. Es entsteht eine räumliche Installation fließender Sprache. Dieses Projekt lädt dazu ein, durch kollektives Verlernen und Umschreiben unseres gemeinsamen Raumes Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.
Kurz-Bio
Yedam Ann
Yedam Ann (*1992, Seoul) arbeitet in den Bereichen Rauminstallation, Text, Video und Performance. Ihrer Praxis untersucht die Reibung zwischen urbaner Infrastruktur und menschlicher Bewegung durch die Linse der digitalen Diaspora. Mittels spekulativer Architektur und systemischem Design macht Ann strukturelle Angst und Exklusion sichtbar. Ihre Räume folgen einer funktionalen Logik, scheitern jedoch subtil an ihrem Zweck, und legen so die Absurditäten zeitgenössischer Arbeits- und Sozialsysteme offen. Sie konfiguriert neutrale Landschaften neu, verwandelt räumliche Desorientierung in poetische Befragung. Anns Arbeiten wurden u. a. im KIT (Düsseldorf), Kunstraum Kreuzberg, in der Galerie im Körnerpark und im Haus der Kulturen der Welt (Berlin) präsentiert.