Direkt zum Inhalt
  • Literatur & Poesie
  • Performance
  • Theater

Grenzenlos begrenzt: Von Ausgrenzung, Eingrenzung und Abgrenzung

Marlene Dittrich-Lux & Arne Kellermann

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Sa., 04.07. 17:00 - 18:00 Uhr Sa., 04.07. 19:00 - 20:00 Uhr So., 05.07. 17:00 - 18:00 Uhr
Grenzen sind keine Linien, sondern das Ergebnis eiserner Praxis. Sie entstehen durch Karten, durch Begriffe, durch machtvolle Interventionen, durch Siege oder Niederlagen, reguliert durch Arbeitsmärkte, durch Ästhetiken. Sie verlaufen zwischen Innen und Außen, zwischen Integration und Abwehr, zwischen Universalität und Singularisierung in der Ausnahme.
Afrika wurde kartiert, im roten Rathaus aufgeteilt, Nomaden sesshaft gemacht; Kolonialgrenzen konstituierten Nationen, während Nationalitäten bis heute um Anerkennung, Territorium oder Überleben ringen: das Schicksal der Kurden; oder auch das ehemalige belgisch Kongo, das durch eine wie zum Hohn nie vollendete Brücke von der demokratischen Republik Kongo geteilt bleibt. Ceuta und Melilla sind keine Randnotizen, sondern Brennpunkte einer Ordnung, die sich innen als Wert und außen als Zaun behauptet. Außengrenzen Europas auf afrikanischem Boden ! – und Frontex zieht die Grenzen im offenen Meer.
„Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten!“ – heißt es an Kreuzberger Häuserwänden; jenseits von Erinnerungen an Klassenkämpfe verdichten sich innenpolitisch Grenzregime auf dem Wohnungsmarkt, in der Gentrifizierung, in identitären Kulturkämpfen.
Der Begriff der Menschheit erodiert, während „westliche Werte“ nur behauptet werden, deren Kern – die Universalität der Menschenrechte – systematisch ausgehöhlt wird. Brandmauern nach innen, Härte nach außen.
Kunst bleibt auf solche gesellschaftsgeschichtlichen Grenzen bezogen, die den Gegenstand dieser performativen Lesung sein werden; als ästhetische Praxis „weiß“ sie darum und spürt dem nach, wie die Gewalt nicht das letzte Wort bleiben muss. Die Collage von Zitaten, Erkenntnissen, Erfahrungen und Hoffnungen wird wechselweise, überlagernd, teils synchron, teils verfremdend vorgetragen: dem Rhythmus der Gewalt das lustvolle Überschreiten von Grenzen entgegensetzend.
Auf Wunsch finden Bienenführungen mit dem Imker und Erzähler Arezki Keddam statt

Kurz-Bio

Marlene Dittrich-Lux & Arne Kellermann

Marlene Dittrich-Lux Schauspielerin und Regisseurin langer Dokumentarfilme in Westafrika. Seit 2009 mit Gründung der Gruppe Welt Märchen Erzähler auch als Storyteller wieder back on stage. Jährlich seit 2011 bei 48 Std Neukölln dabei.

Mit Arne Kellermann gemeinsam sind wir inzwischen ein eingespieltes Duo in der Verarbeitung intergenerationaler Erfahrung und aufrechterhaltenem Widerstand gegen den Weltlauf: seit 3 Jahren bei 48 Stunden Neukölln mit ihren performativen Lesungen OnBoard.

Er zog aus, um mit gesellschaftskritischer Einsicht und Philosophie durch theoretische Praxis zur Emanzipation der Menschheit beizutragen; die Uni wollte anderes; er auch: nun versucht er sich an essayistischen Projekten, um nicht alle Hoffnung fahren zu lassen.

Ort

Sonnenallee 187
Parzelle 4
12059 Berlin
Deutschland

Märchenlaube, NCR Kleingartenkolonie; Sonnenallee 187 , Parzelle 4

Kontakt

017670672406

Barrierefreiheit

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Die nächsten 9 Veranstaltungen