- Fotografie
- Literatur & Poesie
Unconditional Belonging
Ele.a
Sa., 04.07. 09:00 - 17:00 Uhr
So., 05.07. 09:00 - 17:00 Uhr
Grenzen sind etwas, mit dem die Generation meiner Großeltern aufgewachsen ist. Grenzen in Europa, innerhalb Deutschlands, innerhalb von Familien. Nach dem Krieg, als meine Großeltern noch sehr jung waren, wurde unsere Region für kurze Zeit Teil Frankreichs. Um in ihr Heimatland zu gelangen, mussten sie plötzlich eine Grenze überqueren, weil das Gebiet, in dem sie lebten, nicht mehr „dazugehörte”.
Die deutsche Gesellschaft hat diese Erfahrungen – ihren eigenen Kampf um die Überwindung von Grenzen - verdrängt. Grenzen halten heute "die anderen" fern und trennen, statt ein Mittel der Verbindung zu sein.
Haben wir unsere Großeltern nicht genug gefragt? Wollten sie nicht über ihre Erfahrungen sprechen? Und durch den Lauf der Zeit überschreitet diese Generation nun andere Grenzen, die sie für uns unerreichbar machen: Tod, Demenz.
Das Haus einer Familie wird zum leeren Raum, in dem Zeit und Trauer neue Grenzen ziehen und alte Erinnerungen unerreichbar machen. Ein Gefühl der Leere, während das, was verloren gegangen ist, wie auf der anderen Seite eines getrübten Glases liegt und zurückreflektiert wird.
Ich habe mich dafür entschieden, die Gefühle festzuhalten, denen ich in dem verlassenen Haus meiner Großeltern begegnete. Mich zog die Leere an, ebenso wie bestimmte Gegenstände, die Familiengeschichten und persönliche Reflexionen repräsentieren. Wie eine Fremde suchte ich nach Spuren von Zugehörigkeit in einem leeren Haus, in dem nur noch das Echo der Momente nachhallte, die wir dort verbracht hatten.
Was dieses Projekt jedoch auch offenbarte, war – inmitten der ohrenbetäubenden Stille der Objekte – die Spannung und Einsamkeit der unausgesprochenen Dinge, der unerzählten Erfahrungen. Mit dem Verlust der Generation unserer Großeltern verlieren wir auch ihre Geschichten. Wir verlieren auch diese bedingungslose Liebe und Zugehörigkeit, die uns Großeltern als Gegenmittel für das Gefühl der Verlorenheit in dieser von Grenzen geprägten Welt bieten können.
Die deutsche Gesellschaft hat diese Erfahrungen – ihren eigenen Kampf um die Überwindung von Grenzen - verdrängt. Grenzen halten heute "die anderen" fern und trennen, statt ein Mittel der Verbindung zu sein.
Haben wir unsere Großeltern nicht genug gefragt? Wollten sie nicht über ihre Erfahrungen sprechen? Und durch den Lauf der Zeit überschreitet diese Generation nun andere Grenzen, die sie für uns unerreichbar machen: Tod, Demenz.
Das Haus einer Familie wird zum leeren Raum, in dem Zeit und Trauer neue Grenzen ziehen und alte Erinnerungen unerreichbar machen. Ein Gefühl der Leere, während das, was verloren gegangen ist, wie auf der anderen Seite eines getrübten Glases liegt und zurückreflektiert wird.
Ich habe mich dafür entschieden, die Gefühle festzuhalten, denen ich in dem verlassenen Haus meiner Großeltern begegnete. Mich zog die Leere an, ebenso wie bestimmte Gegenstände, die Familiengeschichten und persönliche Reflexionen repräsentieren. Wie eine Fremde suchte ich nach Spuren von Zugehörigkeit in einem leeren Haus, in dem nur noch das Echo der Momente nachhallte, die wir dort verbracht hatten.
Was dieses Projekt jedoch auch offenbarte, war – inmitten der ohrenbetäubenden Stille der Objekte – die Spannung und Einsamkeit der unausgesprochenen Dinge, der unerzählten Erfahrungen. Mit dem Verlust der Generation unserer Großeltern verlieren wir auch ihre Geschichten. Wir verlieren auch diese bedingungslose Liebe und Zugehörigkeit, die uns Großeltern als Gegenmittel für das Gefühl der Verlorenheit in dieser von Grenzen geprägten Welt bieten können.
Kurz-Bio
Ele.a
Ele.a (1993) wurde in Saarbrücken geboren und lebt seit 2015 in Berlin. Künstlerischer Ausdruck war bereits in ihrer Kindheit Teil des Familienlebens. Heute arbeitet sie hauptsächlich mit Mixed-Media-Gemälden und Fotografien, liebt Aktzeichnen und schreibt Gedichte. Ihre Kunst ist ein Mittel zur persönlichen Freiheit und Ausdrucksweise im Alltag und eine Möglichkeit, eigene Erfahrungen und Emotionen zu verarbeiten. Ihre Inspiration sind "in-betweens": wenn Farben aufeinandertreffen, Schatten auf einen Körper fallen, Reflexionen neue Perspektiven schaffen oder einfach der kreative Interpretationsraum zwischen einem Kunstobjekt und den unterschiedlichen Gefühlen, die es in uns kreiert.