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je mets mon scaphandre

John Aulich, Olivia Palmer-Baker, José del Avellanal Carreño

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Sa., 04.07. 22:30 - 23:30 Uhr
je mets mon scaphandre ist ein neues immersives Werk für hyperverstärktes Fagott, Ambisonics, und klangreaktives Licht. Die lebendige und sich ständig verändernde Klangwelt des Stücks stammt aus der feministischen Theorie des „undichten Körpers” (leaky body), die uns dazu einlädt, den menschlichen Körper als fließend und amorph zu betrachten. Hier werden die inhärente Räumlichkeit und die undichte, instabile Natur des Fagotts in einen Dialog mit dieser Theorie sowie mit Elektronik und Licht gebracht.

Wie bei einem Leaky-Body, lösen sich auch die Körpergrenzen des Fagotts auf: Ton wird intern, an der Oberfläche des Instruments, und extern mit drei speziell Mikrofonen aufgenommen, deren Signale sich ständig miteinander mischen. Das Stück erforscht das Überschreiten von Grenzen und spielt damit, wie Klang und Luft aus dem Instrument entweicht, und weist die daraus resultierenden Effekten dieser sich überlagernden Signale auf die Klangverteilung und das Sound-Reaktive-Licht auf. Dadurch entstehen jedes Mal neue Ereignisse, die vom Raum, der Akustik und dem Publikum beeinflusst werden.

Die Elektronik verstärkt kleinste Details in Lautstärke und Dimension, wobei sich der Klang im gesamten Raum ausbreitet. Gleichzeitig glüht ein „Lichtorganismus“, was direkt aus dem Klangmaterial daraus hervor wächst. Alle drei Elemente – Performance,Ton und Licht – beeinflussen sich ständig gegenseitig, und an bestimmten Stellen des Werks entscheidet die Performerin - durch ‘Spiele’ - wie das Stück weitergeht.

Die flexible Struktur des Werks ermöglicht es dem Publikum, Raum zu haben, um über die Beziehung zwischen ihren eigenen Körpern, dem Raum und den Menschen um sie herum nachzudenken. Das Ergebnis ist ein Werk und eine Erfahrung, die für jede Situation, jeden Raum und jeden Umstand einzigartig ist.

Kurz-Bio

John Aulich, Olivia Palmer-Baker, José del Avellanal Carreño

Die Praxis des Komponisten John Aulich (UK/Huddersfield) zeichnet sich durch evokative, hoch aufgeladene und volatile Klangwelten aus, die aus der Körperlichkeit der Performance, dem Erotischen und dem Ängstlichen hervorgehen und sich auf abstoßende, ekelerregende und surreale Klangwelten konzentrieren. Die Fagottistin Olivia Palmer-Baker (IE/Berlin) erforscht in ihrer Praxis die physische, soziale und zeitliche Erfahrung des Musizierens und untersucht dabei Grauzonen und Immersion. Der Lichtdesigner José Del Avellanal Carreño (ES/Berlin) arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischer Musik, Multimedia-Kunst und experimentellem Musiktheater, wobei er sich auf musikalische Erzählungen, unvollkommene Technologien, fehlgeschlagene Kommunikation und Rekontextualisierung konzentriert.

Ort

Kirchgasse 14
12043 Berlin
Deutschland

Ev.Brüdergemeine

Kontakt

030 688 091 21

Barrierefreiheit

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