Direkt zum Inhalt
  • Bildende Kunst
  • Film & Video
  • Installation

- Fire / Side / Chat -

Jens Isensee

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Fr., 03.07. 19:00 - 22:00 Uhr Sa., 04.07. 10:00 - 22:00 Uhr So., 05.07. 10:00 - 19:00 Uhr
„Wir werden die Welt nicht retten, weil wir uns auf keine gemeinsame Vorstellung von ihr einigen können."

Diese Prämisse bildet den konzeptuellen Kern von Fire Side Chat – einer transmedialen Wandinstallation, die plastische Skulptur, 3D-Druck und audiovisuelles Medium in einer fragmentierten Einheit vereint.

Im Zentrum der Arbeit steht eine plastische Rekonstruktion des Marmorkamins im Oval Office des weißen Hauses, den Trump seit Beginn seiner zweiten Amtszeit mit protzigen Gold-Applikationen im Stil eines autokratischen Herrschers hat umdekorieren lassen. Die Arbeit greift ironisch das hartnäckige Gerücht auf, die Deko-Elemente seien in Wahrheit günstige Kunststoff-Imitationen, bestellt im Online-Baumarkt Home Depot.

Dieser Kamin ist zudem nicht aus edlem Stein gefertigt, sondern recycelt aus Holz- und Kartonresten, Überbleibsel der Wegwerfgesellschaft. Was als ein Symbol institutioneller Beständigkeit erscheint, entpuppt sich als ephemere und leicht brennbare Collage aus dem Abfall der Gegenwart.

Im Inneren des Kamins brennt kein Feuer – sondern ein Videoscreen. Er zeigt unter anderem brennende Urwälder: ein Echo des verheißenen Wärme- und Schutzraums, das sich in die apokalyptische Evidenz der Klimakrise verwandelt. Eine Tonspur unterbricht die Stille des Ausstellungsraums, laut prasselndes Feuer, knackendes Brennholz und ein sich öffnender narrativer Spalt zwischen dem Versprechen politischer Repräsentation und der ökologischen Realität.

Fire Side Chat befragt die subjektive, menschliche Projektion als kulturelles Grundprinzip: Wie überlagern kollektive Fantasien, politische Imaginationen und persönliche Weltbilder unsere Wahrnehmung der tatsächlichen Weltlage? Die Installation lädt Betrachtende ein, in dieser Lücke zu verweilen – zwischen Repräsentation und Wirklichkeit, zwischen Komfort und Verantwortung – um darin den Impuls zu gemeinschaftlichem Handeln zu entdecken.

Kurz-Bio

Jens Isensee

Jens Isensee ist ein in Berlin lebender Transmedia Artist. Zu seinen Werken zählen interaktive Videoinstallationen und partizipative Erlebnisse ebenso wie experimentelle Kurzfilme oder temporäre Kartonskulpturen mit 3D-gedruckten Merkmalen und eingebetteten technischen Elementen. Allen gemeinsam ist der Fokus auf die kritische Auseinandersetzung mit Entwicklungen und Krisen in der zeitgenössischen Kultur, Gesellschaft und Umwelt. Sein Ziel ist es, unerwartete Möglichkeiten und neue Perspektiven auf die Realität zu erforschen, die sich in den immersiven virtuellen Räumen neuer Medien und Technologien ergeben. Derzeit probiert er in einer Reihe von Kunstwerken verschiedene Ansätze aus, um die Klimakrise ästhetisch zu thematisieren.

Ort

Rollbergstraße 28a
12053 Berlin
Deutschland

CRCLR-House

Kontakt

017644421882

Barrierefreiheit

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Die nächsten 9 Veranstaltungen