- Bildende Kunst
- Kunstvermittlung
- Workshop
grow up, they said
Rosa Witt
Fr., 03.07. 19:00 - Sa., 04.07. 00:00
Sa., 04.07. 12:00 - 22:00 Uhr
So., 05.07. 12:00 - 19:00 Uhr
In unseren 20ern erscheint ‘Erwachsensein’ oft weniger als stabiler Zustand, sondern mehr als brüchige Konstruktion. Der Anspruch, ‘erwachsen’ zu sein – autonom und selbstbestimmt – kippt leicht in Überforderung und das Gefühl, permanent funktionieren zu müssen. Dies weckt eine leise, aber hartnäckige Sehnsucht nach Gefühlen, die wir mit ‘Kindheit’ verbinden – Geborgenheit, Unschuld, Verantwortungslosigkeit, das Vertrauen, nicht allein zu sein.
In der Einzelausstellung von Rosa Witt geht es um ein kollektives, konstruiertes Idealbild von ‘Kindheit’ als Sehnsuchtsort: ein Projektionsraum, der weniger über Vergangenes erzählt als über das, was uns heute fehlt. 'Kindheit' dient hier als Gegenpol zu den Zumutungen erwachsener Lebensrealitäten – sie wird zu einem imaginierten Zustand, in dem Entscheidungen intuitiver getroffen wurden, Abhängigkeit erlaubt war und Gemeinschaft selbstverständlich schien. Auch wenn viele Menschen sich nicht nach ihrer Kindheit sehnen, teilen viele das Verlangen nach einem Ort des Abschaltens – nach dem Gefühl des Gehalten Werdens und nach einer beruhigenden, ordnenden Kraft, die die Welt zusammenhält.
Diese Sehnsucht wird als Reaktion auf gesellschaftliche Strukturen verstanden. Die vom Kapitalismus vorangetriebene Individualisierung erzeugt Vereinsamung, während neoliberale Selbstoptimierungslogiken uns in eine endlose Forderung nach Eigenverantwortung treiben. Armut, Kriege, Faschismus und der Klimawandel sind spürbare Belastungen, die unsere Zukunfts- und Handlungsmöglichkeiten einschränken und Gefühle von Hilflosigkeit hervorrufen. Die Wucht dieser politischen Entwicklungen lässt uns immer wieder zweifeln, ob wir noch Einfluss nehmen können – und so suchen wir Wege, zu entkommen.
Veranstaltungen
03. Juli: 19:00 Eröffnung
04. Juli: 18:00 Artist Talk; 20:00 Screening
05. Juli: Kreativ-Workshop (Uhrzeit tba)
In der Einzelausstellung von Rosa Witt geht es um ein kollektives, konstruiertes Idealbild von ‘Kindheit’ als Sehnsuchtsort: ein Projektionsraum, der weniger über Vergangenes erzählt als über das, was uns heute fehlt. 'Kindheit' dient hier als Gegenpol zu den Zumutungen erwachsener Lebensrealitäten – sie wird zu einem imaginierten Zustand, in dem Entscheidungen intuitiver getroffen wurden, Abhängigkeit erlaubt war und Gemeinschaft selbstverständlich schien. Auch wenn viele Menschen sich nicht nach ihrer Kindheit sehnen, teilen viele das Verlangen nach einem Ort des Abschaltens – nach dem Gefühl des Gehalten Werdens und nach einer beruhigenden, ordnenden Kraft, die die Welt zusammenhält.
Diese Sehnsucht wird als Reaktion auf gesellschaftliche Strukturen verstanden. Die vom Kapitalismus vorangetriebene Individualisierung erzeugt Vereinsamung, während neoliberale Selbstoptimierungslogiken uns in eine endlose Forderung nach Eigenverantwortung treiben. Armut, Kriege, Faschismus und der Klimawandel sind spürbare Belastungen, die unsere Zukunfts- und Handlungsmöglichkeiten einschränken und Gefühle von Hilflosigkeit hervorrufen. Die Wucht dieser politischen Entwicklungen lässt uns immer wieder zweifeln, ob wir noch Einfluss nehmen können – und so suchen wir Wege, zu entkommen.
Veranstaltungen
03. Juli: 19:00 Eröffnung
04. Juli: 18:00 Artist Talk; 20:00 Screening
05. Juli: Kreativ-Workshop (Uhrzeit tba)
Kurz-Bio
Rosa Witt
Rosa Witt, Studentin der Bildenden Kunst an der UdK Berlin, setzt sich in ihrer installativen Praxis mit ‘Kindheit’ als Sehnsuchtsort auseinander. Ausgehend von persönlichen Erinnerungen stellt sie die Frage, wie wir mit unseren frühesten Erinnerungen umgehen - was wir festhalten, überschreiben oder umformen. Diese Gedanken übersetzt sie in Objekte, die zwischen Traum und Realität schwanken und sich eindeutigen Zuordnungen entziehen. Durch das Zusammenspiel aus beinahe vergessenen Kuscheltieren, vertrauter Bettwäsche und einer Präsentation im Format einer Leinwand, gibt sie eine intime Projektionsfläche frei. Witt verortet ihre Arbeiten bewusst in einem Bereich, in dem Erinnerung weder vollständig greifbar noch rein imaginär ist und gerade von dieser Unschärfe gekennzeichnet ist.