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Wärest du doch kalt oder heiß!

Agata Michowska / Anna Orlikowska

Barrierefreier Zugang Barrierefreie Toilette
Fr., 03.07. 19:00 - So., 05.07. 19:00
Der Projekttitel, entnommen der Offenbarung des Johannes, ruft zu entschlossener Haltung auf. Lauheit – das Verharren im Schwebezustand, die Gleichgültigkeit oder die Verweigerung einer klaren Position – wird hier als die problematischste aller Haltungen dargestellt.

Das Projekt vereint zwei Arbeiten: die dreikanalige Videoinstallation "Sehnsucht nach dem Ende der Welt" von Anna Orlikowska und die Skulptur "IT" von Agata Michowska. Beide erkunden die Beziehung zwischen Erde und Sonne – Energiequelle des Lebens und zugleich Trägerin von Zerstörungspotenzial.

"Sehnsucht nach dem Ende der Welt" basiert auf historischen Reiseberichten von Entdeckern, die vor 500 Jahren durch sonnenverbrannte Wüsten zogen. Ein Zitat, das wir in der Videoarbeit hören, beschreibt das Erreichen eines Grenzpunkts, von dem niemand zurückkehrt – ein Spiegel für den Zustand unserer Zivilisation. Der Jahrhunderte alte Text wirkt heute wie Warnung vor einem überhitzten, austrocknenden Planeten ohne klimatische Balance.

"IT", aus Ton geformt, thematisiert die Grenze zwischen unbelebter Materie und Leben. Die deformierte Baumstammform, schwarz verbrannt und von Salz durchzogen, erinnert an erkaltete Lava – Zeugnis plötzlicher Transformation. Sie verweist auf einen Urzustand, aus dem Leben entstehen kann, der zugleich Zerstörungspotenzial birgt – eine Schwelle, deren Überschreiten Schöpfung und Verfall zugleich ist.

Das Projekt versteht Grenzen nicht als Trennlinien, sondern als Übergangsräume und Spannungsfelder – zwischen dem Lebensspendenden und dem Destruktiven, zwischen Aktivität und Gleichgültigkeit.

Beide Arbeiten bilden ein zusammenhängendes Projekt – formal unterschiedlich, aber inhaltlich komplementär. Die Sonne erscheint hier zugleich als Quelle des Lebens und als apokalyptische Kraft. Skulptur und Video verweben Erde und Sonne zu einer symbiotischen Struktur, die Leben ermöglicht und zugleich seine Bedrohung sichtbar macht.

Kurz-Bio

Agata Michowska / Anna Orlikowska

Agata Michowska absolvierte 1990 die Fakultät für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Poznań. Ihre künstlerische Praxis entwickelte sich von reduzierten Raumarbeiten hin zu Fotografie und Video als Medien persönlicher Reflexionen über Leben und Tod, Erinnerung und Transformation. Skulptur versteht sie nicht als statisches Objekt, sondern als zeitlichen Prozess, geprägt von Wandel und Kontinuität.

Anna Orlikowska schloss 2004 ihr Studium der Grafik und Malerei an der Kunstakademie in Łódź ab. Ausgehend von der Fotografie erweiterte sie ihre Praxis um Video und Installationen. Im Zentrum steht der fotografische Akt als Versuch, Zeit festzuhalten und Erinnerung zu bewahren. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Dokumentation und Inszenierung.

Ort

Karl-Marx-Straße 95
12043 Berlin
Deutschland

CANK

Kontakt

+49 30 549 823 28

Barrierefreiheit

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