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  • Bildende Kunst

Ein Ball in einer Schachtel mit einem roten Knopf

Irshi

Fr., 03.07. 19:00 - So., 05.07. 17:00
Der Ball in der Schachtel – Eine visuelle Meditation über Trauer

Abstrakte Sumi-e-Serie in schwarzer und roter Tusche

Diese Serie abstrakter Sumi-e-Gemälde erkundet die emotionale Landschaft der Trauer anhand der Theorie des „Balls in der Schachtel“ – einer psychologischen Metapher, die veranschaulicht, wie sich Schmerz im Laufe der Zeit entwickelt. Der Theorie zufolge ist Trauer wie ein Ball in einer Schachtel mit einem Schmerzknopf. Anfangs ist der Ball so groß, dass er den Knopf ständig drückt. Mit der Zeit schrumpft der Ball, und obwohl er den Knopf immer noch ab und zu berührt, lässt er mehr Raum zum Atmen.
Jedes Gemälde der Serie spiegelt eine andere Phase dieses inneren Prozesses wider – die scharfen, unvorhersehbaren Schmerzattacken, die langsame Weite der Heilung und die plötzlichen, überwältigenden Wellen, die ohne Vorwarnung kommen. Indem ich ausschließlich schwarze und rote Tusche auf weißem Papier verwende, destilliere ich die Trauer in ihre reinsten visuellen Formen: Bewegung, Druck, Ausdehnung, Widerstand.
Die schwarze Tusche symbolisiert Erinnerung, Abwesenheit und die unergründliche Tiefe des Verlustes. Die rote Tinte erzeugt emotionale Spannung – einen Hauch von Liebe, Gewalt, Sehnsucht oder ein plötzliches Aufblitzen von Erinnerung. Diese beiden Kräfte interagieren auf dem Papier wie Atem und Stille, wie Spannung und Entspannung. Der Pinselstrich bleibt intuitiv und roh, ganz im Sinne der traditionellen Sumi-e-Philosophie: nicht die Form, sondern den Geist einzufangen.

Diese Serie handelt nicht nur von Trauer – sie handelt davon, wie wir Trauer tragen. Wie wir ihr Raum geben. Und wie wir, selbst während die Dinge ihren Lauf nehmen, weiterleben.

Kurz-Bio

Irshi

Meine künstlerische Laufbahn begann in der Ukraine, wo ich an der Universität für Kultur und Kunst meinen Abschluss machte. Der Krieg zwang mich zur Flucht, und ich musste all meine Gemälde zurücklassen, die später in Privatsammlungen gelangten. Im vergangenen Jahr habe ich meine künstlerische Praxis in Berlin intensiv weiterentwickelt. Dort hatte ich acht Ausstellungen und realisierte zwei offizielle Wandgemälde im öffentlichen Raum. Meine Arbeit entwickelt sich bis heute im Dialog mit Vertreibung, Resilienz und künstlerischer Freiheit weiter.

Ort

Weichselstraße 65
12043 Berlin
Deutschland

Núcleo
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