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Statistics of a Bouquet

Beate Rusch

Barrierefreier Zugang
Fr., 03.07. 19:00 - 23:00 Uhr Sa., 04.07. 15:00 - 22:00 Uhr So., 05.07. 15:00 - 19:00 Uhr
Statistics of a Bouquet untersucht den Zusammenhang zwischen einem vergänglichen Blumenarrangement und nüchternen Zahlen zu Geburt und Tod und zeigt, wie individuelle Trauer und kollektive Zeitmessung miteinander verflochten sind.
Das Projekt basiert auf der Idee, dass die Welt der Toten die Welt der Lebenden übersteigt und dass die Grenzen zwischen Leben und Tod, Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart fließend sind. In Anlehnung an philosophische Ideen der niederländischen Schriftstellerin Connie Palmen werden der menschliche Körper und das Gedächtnis als Archive verstanden: Spuren anderer Leben, Worte und Verluste begleiten uns von Geburt an.
Im Mittelpunkt der Fotoinstallation steht ein Strauß roter Tulpen in einer roten Vase. Sein natürlicher Verfall wurde über acht Monate hinweg, von April bis November 2025, dokumentiert, was zu 147 Bildern führte, die den Übergang von Frische zu Verwelkung, von Präsenz zu Abwesenheit zeigen. Eine Auswahl dieser Fotografien wird von statistischen Daten zu Geburten und Todesfällen in Berlin und anderen Städten begleitet. Dies verbindet persönliche Beobachtung mit kollektiver Realität.
Die Fotografien sind auf halbtransparentem Vorhangstoff gedruckt, der von der Decke bis zum Boden hängt. Die Besucher bewegen sich entlang und zwischen den Bildern und erleben Überlagerungen, Schatten und Durchlässigkeit. Ergänzt wird die Installation durch Gemälde, die dasselbe Thema interpretieren.

Das Werk entstand aus einem persönlichen Verlust: Der Strauß war ein Geschenk, das ich bei der Beerdigung meines Mannes erhielt, der im Februar 2025 unerwartet verstarb. Die Installation ist ein stilles Ritual der Erinnerung und des Übergangs, das individuelle Erfahrungen miteinander verbindet.

Kurz-Bio

Beate Rusch

Beate Rusch, geboren 1962 in Leer, kommt als Künstlerin aus der Farbmalerei. Zum Studium nach West-Berlin gekommen, schließlich eingerichtet im mauerlosen Berlin und nach ersten Berufserfolgen ohne Kunst, in 2008 Wiederaufnahme der künstlerischen Ausbildung. Seitdem laufende künstlerische Praxis bei Birgit A. Jansen (Berlin), sowie zur Theorie und Praxis der Farbmalerei bei Jerry Zeniuk und Ingrid Floss (München) und Rebecca Raue (Berlin).
Einzel- und Gruppenausstellungen in Berlin (u.a. Art Kreuzberg, 2013, 2014, 2023), Bad Reichenhall (2016), Schloss Herrenchiemsee (2017) München (2025) und Rom (2025). Lebt und arbeitet in Berlin.

Ort

Weserstraße 180
12045 Berlin
Deutschland

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